Experten Blog

28.10.2009
von Barbara Kieser

Anlässe für Menschen mit MS

Die letzten beiden Wochen waren sehr arbeitsintensiv. Wie immer nach der Ferienzeit meldeten sich viele Betroffene telefonisch oder per Mail mit den verschiedensten Anliegen. Die meistgestellte Frage bezog sich auf die Grippe-Impfung, und allfällige Empfehlungen für die Schweinegrippe-Impfung. Da war ich froh, dass ich auf das Merkblatt der MS-Gesellschaft unter der Rubrik „MS Medic“ hinweisen konnte, und je nach Wunsch auch das Infoblatt direkt zuschicken konnte.

Nebst der Betreuung der Patienten kommen ich und meine beiden Kolleginnen nicht umhin, auch administrative Arbeiten zu erledigen. Bei Quartalsabschluss ist es an mir, Zahlen für Abrechnungen und Statistiken „rumzuschieben“. Und bereits sind wir wieder mit der Planung der nächsten Patiententreffs für 2010 beschäftigt. Die Suche nach neuen Themen gestaltet sich immer schwieriger, haben wir doch schon mehrere dieser Treffs durchgeführt. Da sind natürlich Ideen von Betroffenen jederzeit sehr willkommen. Der letzte Anlass stiess auf grosses Interesse – konnte man doch Tipps und Anregungen im Bezug auf MS und Komplementär Medizin mit nach Hause nehmen. Auf Wunsch sende ich dann den Vortrag den Interessierten per Mail, leider dauert es bei mir dann immer etwas sehr lange. Jedes Mal muss ich aufs Neue ausprobieren, wie das mit dem „Zip-Ordner“ geht. Ich möchte ja nicht, dass wegen einer zu grossen Datei der Anhang nicht geöffnet werden kann oder noch besser, der Computer abstürzt…

In solchen Momenten bin ich soooo froh, dass ich mich für die Zweitausbildung zur Psychiatrieschwester entschieden habe und keine Karriere im kaufm. Bereich angestrebt habe. In den nächsten Tagen werde ich dann wieder vermehrt zu Patienten nach Hause gehen – es stehen verschiedenste Beratungsgespräche an, unter anderem Tipps für eine 3-monatige Fernostreise (Impfungen, Medikamente etc.), bei einem  längeren Aufenthalt in Algerien (mind. 6 Monate) mit der Betroffenen die Vorkehrungen besprechen (KK, SVK etc.) und mit einer Patientin Ideensammeln für ihre Freizeit, da sie  unter einer starken Sehbeeinträchtigung leidet.

Darüber kann ich dann das nächste Mal berichten – bis dann sonnige Herbsttage!

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09.10.2009
von Barbara Kieser

Ein schönes Erlebnis

Gerade heute Morgen hatte ich wieder ein Erlebnis mit einer MS-Betroffenen, das mich daran erinnerte, weshalb ich diesen Job so gerne mache. Sie sandte mir ein SMS, in dem sie kurz sagte, dass sie heute nicht an unser Treffen kann, da sie gerne Squash spielen möchte. Nebenbei erwähnte sie, dass ihre Kopfschmerzen besser sind und einige weitere, kleine Details. Nichts Aufregendes finden Sie? Vielleicht. Doch für mich bestätigte dieses SMS den engen Kontakt, den ich seit Jahren mit ihr pflege.

Ich kenne sie seit sie 16 war und damals die Diagnose MS erhielt; kurze Zeit später fing sie mit der Therapie an. Sie musste einiges durchmachen und wir hatten immer wieder intensive, manchmal auch tränenreiche nächtliche Telefongespräche, wenn sie einfach nicht mehr weiter wusste. Die Themen reichten von körperlichen oder psychischen Problemen über Diskriminierungen in der Schule bis zu ganz normalen Schwierigkeiten, wie sie jeder Teenager durchmacht. Manchmal konnte ich aktiv helfen; ich besuchte zum Beispiel ihre Schule und erklärte ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, was MS ist und weshalb sie Spritzen braucht. Und manchmal ist es für Betroffene wie sie auch nur wichtig zu wissen, dass jemand für sie da ist, Tag und Nacht, mit dem man sprechen kann. Dieses Mädchen macht nun eine Lehre und hat einen hilfsbereiten Arbeitsgeber, der auf sie eingehen kann und bei dem sie sich wohl fühlt. Natürlich gibt es Höhen und Tiefen, doch ich finde, sie macht ihre Sache grossartig und ich habe regelmässig Kontakt mit ihr, sei es per SMS, einem Anruf oder an unseren Treffs.

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