Lunea Blog

12.10.2009   Nathalie

Ich beschloss zu kämpfen

Die MS trat vor 19 Jahren in mein Leben. Damals war ich 20 und mein Leben war voller Hoffnung und Träume. Dann stand ich plötzlich vor einer Wand. Für mich und meine Familie war die Diagnose ein Schock, und ich fiel in eine tiefe Depression. Aber eines Morgens hatte ich das Müdesein satt: Ich stand auf und beschloss zu kämpfen.

Es war nicht immer leicht, so zu tun, als ob nichts wäre. Die Reaktionen meiner Mitmenschen reichten von Ignorieren bis zu Mitleid. Das war zum Teil furchtbar. Eine kranke Person hat das Bedürfnis über ihre Krankheit zu sprechen und sich ihr zu stellen. Um normal weiterleben zu können, braucht es vielleicht Mitgefühl, aber auf gar keinen Fall Mitleid. 1994 hatte ich dann das grosse Glück, in eine Testgruppe für die damals neue Interferontherapie aufgenommen zu werden und geriet erst noch in die Gruppe, der das Medikament und nicht das Placebo verabreicht wurde. Dieses Medikament spritze ich mir seither dreimal wöchentlich.

Heute würde ich mich als gesund bezeichnen. Seit über 10 Jahren hatte ich keinen schweren, behindernden Schub mehr. Ich führe ein ganz normales Leben. Ich kümmere mich wie jede andere Mutter um meine zwei Kinder, arbeite, treibe Sport und gehe auf Reisen. Natürlich hängt ein Damoklesschwert über meinem Kopf. Mir ist bewusst, dass ich es mit einem mächtigen Feind zu tun habe. Aber ich habe gelernt, ihm in die Augen zu sehen und fürchte ihn deshalb weniger. Mein Leben ist nicht perfekt, aber ich habe mich mit der MS arrangiert und halte sie auf Distanz.

Der Lunea Blog richtet sich an Betroffene, ihre Freunde und Angehörigen, die sich über die MS austauschen möchten. Mein Wunsch ist, dass er zu einem Treffpunkt wird, wo man sich Unterstützung holen und geben kann oder ein offenes Ohr findet. Selbstverständlich werde ich meine eigenen Erfahrungen schildern. Ich werde aber auch über neue Websites, verfügbare oder neu aufkommende Behandlungsansätze und über die aktuellsten Fortschritte in der Forschung berichten. Vor allem aber hoffe ich, dass Ihr über Euch erzählt, über Eure «Reise» mit guten und schwierigen Etappen. Dieser Blog gehört uns allen! Am Meisten wünsche ich mir, dass endlich jemand DIE Therapie gegen die MS findet. Ich bin sicher, dass dieser Tag bald kommen wird. Bis dahin stelle ich mich mit Euch zusammen der Herausforderung, mit der MS zu leben und das Beste daraus zu machen.

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