Lunea Blog

23.07.2010   Ramona

Alles wendet sich zum Besseren

Im Juni 2008 erhielt ich die Diagnose MS. Der Schock bei mir war nicht allzu gross, denn ich hatte es vermutet. Bis die Diagnose gestellt wurde dauerte es ein halbes Jahr und ich konnte mich irgendwie darauf vorbereiten – doch für die Familie war es ein Schock.

Im gleichen Sommer ging dann meine fünfjährige Beziehung zu Ende. Als die Wintermonate näher kamen, verschlechterte sich mein physischer und psychischer Zustand. Die Symptome der MS häuften sich und ich hatte mit Fatigue zu kämpfen. Das Einzige, was mir nach der Arbeit übrig blieb, war schlafen. Wenn ich dann am nächsten Tag aufwachte, war die Niedergeschlagenheit oft noch grösser. Mein Körper konnte sich über Nacht nicht mehr erholen. Für meine Mitmenschen und für mich selbst konnte ich nichts Gutes mehr tun und ich denke, das war auch der Auslöser für meine Unzufriedenheit. Ich reduzierte die Arbeit in der Folge auf 80%. Im 2009 wollte ich den Jahreskurs der gestalterischen Berufsmaturität absolvieren. Dafür musste ich eine Einstrittsprüfung bestehen. An der Prüfung war ich geistig und körperlich in einer schlechten Verfassung. Ich spürte meine Hand nicht mehr. Das Resultat war dementsprechend schlecht: Note 3.9, ich musste ein persönliches Gespräch mit der Prüfungskommission führen und war sehr nervös. Doch nach längerer Ungewissheit traf ein Brief ein, in dem stand, dass ich für die BMS zuglassen sei. Ein Riesenglück!

Anfangs Jahr habe ich mich dann neu verliebt. Ich schöpfte neue Energie und siehe da – es hat geklappt. ☺ Mein Freund ist ein sehr positiver und aktiver Mensch. Ich bewundere seine Einstellung und kann viel davon profitieren. Diese zwei glücklichen Zufälle haben mein Leben verändert. Ich bekam wieder neues Selbstvertrauen, neue Lebensfreude und Kraft. Ich wüsste nicht, was passiert wäre, wenn ich dieses Glück nicht gehabt hätte. Im Winter 2008 konnte ich mir noch nicht vorstellen, wie ich das kommende Jahr meistern sollte. Aber es ist ganz anders gekommen: Das BMS-Jahr war ein sehr erfreuliches und erfolgreiches Jahr. Ich hatte super Mitschüler, die ich oft zum Lachen bringen konnte. Ich kam so oft wie nur möglich aufgestellt zur Schule. Ich war sehr dankbar, dort sein zu dürfen. Es war für mich ein so schönes Gefühl, jemandem Freude zu bereiten. Während der BMS hatte ich keine Anzeichen der MS. Ich konnte ohne Problem morgens um 6 Uhr aufstehen und bis spät in die Nacht arbeiten. Erschöpft bin ich dann ins Bett gegangen und am Morgen wieder mit neuer Kraft aufgestanden. Es tat mir so gut, ständig beschäftigt zu sein, so musste ich an nichts anderes mehr denken. Ich war eine sehr aktive Schülerin, wofür ich auch bewundert und gelobt wurde. Schliesslich habe ich mit der Note 5.1 abgeschlossen. Nun weiss ich, dass sinnvolle Beschäftigung die beste Methode gegen Fatigue ist.

Ein Tipp: Teile den Tag in aktive und passive Einheiten ein. So bleibt das schlechte Gewissen beim Müde sein weg und die aktive Zeit macht Freude und stärkt. Ich habe durch die MS gelernt zu geniessen. Inzwischen ist sie mein kleiner Aufpasser geworden und hilft mir, auf der richtigen Schiene zu fahren.

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