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10.12.2010   Nathalie

Der Therapie treu bleiben

„Therapietreue: Die Bereitschaft des Patienten, sich gegen die Erkrankung zur Wehr zu setzen und das Interesse an der Therapie nicht zu verlieren.“

Eine unbehandelte Multiple Sklerose kann unsere Lebensqualität und unsere Selbständigkeit beeinträchtigen. Und dennoch ist die strenge Einhaltung der Therapie nicht selbstverständlich. Und natürlich hoffen wir alle, dass die Therapie nicht zwangsläufig lebenslänglich zu absolvieren ist, denn vielleicht wird ja bald DIE Wunderpille gefunden. Es funktioniert nicht, sich ein normales Leben vorzumachen, wenn man zwei- bis dreimal pro Jahr zum Neurologen muss. Es geht nicht, sich vorzumachen, fröhlich voran zu kommen, während man Krisen erleidet und belastenden Nebenwirkungen der Medikamenteneinnahme die Stirn bieten muss.

Ich bin seit 16 Jahren in Behandlung. Während meinen beiden Schwangerschaften habe ich jeweils eine Pause gemacht. Einer Behandlung zu folgen war für mich eine Selbstverständlichkeit. Durch die beiden Unterbrechungen bekam ich jedoch Zweifel. Es geschah, dass ich genug davon hatte, mir Spritzen zu geben. Ich habe die Behandlung unterbrochen, Ferien genommen und bei der Wiederaufnahme der Injektionen erneut unter den grippalen Nebenwirkungen gelitten,... sehr unangenehm! ;-).

Therapietreue ist eine richtige Herausforderung. Ich mache mir jeweils selbst Mut, und dieser Mut sollte auf einer sicheren Basis beruhen, nämlich auf den drei Säulen Wissen, Wollen und Können.

Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, die MS als Krankheit gut zu kennen, gut informiert zu sein über ihren Verlauf, über ihre Auswirkungen, aber auch über mögliche Behandlungen. Und deshalb ist das therapeutische Wissen von grosser Bedeutung. TherapiebegleiterInnen und andere Betreuende wie Psychologen und PhysiotherapeutInnen helfen uns, im Laufe der Zeit den Zugang zu unserer Krankheit zu finden.

Sich einer langwierigen Behandlung zu unterziehen aufgrund einer chronischen Krankheit, ohne nachzulassen, ist keine einfache Angelegenheit. Weit gefehlt! Es braucht Willensstärke, um während Jahren, sprich für den Rest des Lebens, einer strengen Therapie zu folgen: Das ist verpflichtend, vor allem, wenn man auch die eventuellen Nebenwirkungen berücksichtigen muss. Man sollte „am Ball bleiben“ und nicht aufhören, auf seine Gesundheit zu achten. Damit das so bleibt, brauchen wir Unterstützung von unserer Familie, von unseren Freunden und den Betreuenden, um zu verhindern, dass das Befinden durch den Verlauf der Krankheit beeinträchtigt wird.

Man injiziert sich keine Substanz wie man ein Aspirin schluckt. Die Behandlung beinhaltet oft eine Einschränkung der Lebensgewohnheiten. Im Alltag heisst das, die Injektions-Packungen in einer Ecke des Kühlschranks zu deponieren… und vor allem nicht zu vergessen, diese regelmässig zu nehmen. Daran muss man sich zuerst einmal gewöhnen! Persönlich haben mir die Ratschläge der Betreuenden sehr geholfen. Ich habe im Alltag Tips der Fachleute wie z.B. die Benutzung des Coldpacks für den Transport verwendet, aber auch andere Ratschläge in die Tat umgesetzt, z.B. bei allzu starker Körperhitze … Ich habe meine Selbsthilfefähigkeiten ausgebaut, z.B. habe ich besser gelernt, mich meinen Problemen zu stellen.

Die Therapietreue ist eine tägliche Herausforderung, ein Kampf, welcher nicht alleine geführt werden sollte. Zwei Schultern sind nicht genug! Gerne diskutiere ich das mit Ihnen.

Und wenn Sie Anregungen, Tricks und Erfahrungen in allen Belangen haben, teilen Sie diese doch auf dem Blog mit.

Einen schönen Tag und bis bald.
Nathalie

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