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16.01.2013   Andrea

Aufgeben gibt’s nicht

Früher war es mir nicht so wichtig mich weiterzubilden. Ich war stets sehr zufrieden mit meinem Job, und ich hatte kein grosses Interesse daran «Karriere» zu machen. Mir gefiel es so wie es war und ich wollte den Stress mit Lernen und sich Durchkämpfen müssen, den andern überlassen ;-)

Tja, das war mal. Wobei, die Geschichte mit dem Durchkämpfen überlasse ich noch immer gerne den anderen, allerdings möchte ich heute etwas dazulernen und mich weiterbilden. Es handelt sich in meinem Falle um eine Weiterbildung, die ich durch meine Arbeit in der Kanzlei ins Auge gefasst habe und wahnsinnig gerne machen möchte. Jetzt werden vielleicht einige sagen: „Ja dann mach doch, wo liegt das Problem?“. Leider gibt es da gleich mehrere, allerdings gelten die nicht für gesunde Menschen oder dann nur teilweise.

Aufgrund meiner MS kann und darf ich nicht mehr als 100% arbeiten. Im Moment arbeite ich zwischen 70 und 80%, davon einen Teil von zu Hause aus. Wenn nun noch eine Weiterbildung hinzukommt, die wöchentlich acht Stunden Präsenzunterricht mit sich bringt, wird’s irgendwie schwierig.

Das würde bedeuten, dass ich mein Arbeitspensum in der Kanzlei auf ca. 40% reduzieren müsste, da ja auch noch gelernt werden muss. Aber ist der Arbeitgeber damit einverstanden?

Man muss allerdings bemerken, dass die Ausbildung nur sechs Monate dauert und die Zeit somit absehbar ist. Doch wie regle ich das mit den Finanzen? Sechs Monate lang nur noch die Hälfte zu verdienen, ist schlichtweg nicht möglich, da ich auch finanzielle Verpflichtungen habe.

Zudem frage ich mich häufig, ob ich die Schule auch wirklich packen werde – trotz MS? Die kleine Angst davor, dass mir die MS einen Strich durch die Rechnung ziehen könnte, ist stets im Hinterkopf. Alle diese Punkte zusammen lassen mich an meinen Fähigkeiten zweifeln und bewegen mich dazu, es doch lieber sein zulassen.

Doch genau in diesen Momenten finde ich NEIN! Ich werde dann ab und zu sauer und finde in meinem Wütend sein, dass doch wirklich viele Menschen in anderen Situationen vom Staat extrem unterstützt werden und was ist in meinem Fall? Wo ist meine Unterstützung?                                                                           
Nur weil ich MS habe, heisst das noch lange nicht, dass ich in meinem Leben keine beruflichen Ziele mehr habe. Ich will nicht an derselben Stelle stehen bleiben und mich einfach damit zufrieden geben. Ich möchte mein Hirn fördern und Neues dazulernen. Das Leben ist nicht vorbei, nur weil man MS hat – ich habe eher das Gefühl, dass die MS bei mir den Kampfgeist geweckt hat. Jetzt gilt es, diesen erwachten Kampfgeist in die richtige Bahn zu lenken und irgendwie eine Lösung zu finden. Aufgeben gibt’s nicht mehr ;-)

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