Lunea Blog

09.12.2013   Andrea

Da geht mir doch ein Licht auf

Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich bis ca. 22-jährig sehr aufgeschlossen und mutig war. Selbstsicher und ich habe mein Leben genossen. Dann, mit ca. 22 Jahren, begann ich mich zu verändern. Früher habe ich immer behauptet es hing damit zusammen, dass ich mit ca. 21 Jahren wegen Endometriose operiert worden sei. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich ab dem Zeitpunkt mein Leben komplett verändert hat.

Ich hatte plötzlich das Gefühl, das mir ständig schwindelig war und ich gleich ohnmächtig würde. Ich ging zum Arzt und er meinte: «Naja, Sie sind halt eine junge Frau, da hat man das öfter, tiefer Blutdruck und so.» Ok. Da ass ich also Nüsse, Schoggi, Früchte usw. um meinen Kreislauf bei Schwung zu halten. Trotzdem, ich fühlte mich zunehmend unsicherer in meiner Haut und zog mich immer mehr zurück. Nicht einmal Essen gehen war mit der Zeit möglich. Ich hatte Panikattacken und mein Herz fing bei jedem Versuch an zu rasen. Ich entwickelte eine Agoraphobie vom Feinsten und fühlte mich in meinen eigenen vier Wänden am wohlsten. Völlig isoliert. Klar, ich ging weiterhin arbeiten aber kaum war ein Meeting oder ein Mitarbeiterevent angesetzt, war dies ein riesen Problem für mich. Meine Panikattacken stellten sich auch meist schon vor dem eigentlichen Ereignis ein. Ich war der festen Überzeugung, dass ich ein psychisches Problem hatte und suchte einen Psychiater auf. Ich war verzweifelt, trotzdem ich mich bemühte, mir gut bei zu reden und zu sagen, dass es sich einfach «nur» um ein psychisches Problem handelt. Teilweise wusste ich nimmer weiter und wollte nix mehr wissen.

Dann kam meine Diagnose MS – mir ging regelrecht ein Licht auf! Heute lassen sich mein Schwindel und mein teilweise schlechtes Sehvermögen in den vergangenen acht Jahren, in denen ich mich isolierte und das Leben nicht mehr genoss, erklären. Ab dem Tag meiner Diagnose war meine Unsicherheit weg. Heute bin ich wieder selbstsicher, geh in den Ausgang und geniesse mein Leben in vollen Zügen. Ich weiss ja jetzt, was der Grund für meine Macken ist und ich kann damit gut umgehen.

Mein Beispiel zeigt einmal mehr, dass sich die MS meist erst nach mehreren Jahren nach der eigentlichen Erkrankung zu erkennen gibt und sie nicht ohne Grund „die Krankheit mit 1000 Gesichtern“ genannt wird.

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