Lunea Blog

18.08.2015
von Andrea

Aus Feuer geboren, durch Eis geformt

Mit den Begriffen Feuer und Eis wird Island oft bezeichnet – eine Insel voll von geologischen Extremen.

Im Mai dieses Jahres habe ich zum ersten Mal meine Füsse auf diese Insel gesetzt. Sie hat mich sofort von ihrer Schönheit und ihrer Vielfältigkeit überzeugt.

Innerhalb einer Woche haben wir mit dem gemieteten Auto die Insel umfahren. Jeden Tag haben wir neu gestaunt und waren überwältigt von dem, was die Insel von sich Preis gibt. Seien es heisse dampfende Quellen, ein schlafender Vulkan, Schwefel der aus dem Boden raucht... der Geysir, der ca. alle 15 Minuten etwa 20 Meter hoch in den Himmel schiesst... Es gäbe so vieles von Island zu berichten. Aber es wäre niemals möglich, es so wiederzugeben, wie es in Wirklichkeit ist.

Island liess mich innehalten, abschalten, entspannen und an nichts Negatives und Belastendes denken. Unbeschreiblich und unglaublich atemberaubend SCHÖN!

Ich erkenne an dieser Insel mit ihren Extremen Parallelen zu unserem menschlichen Leben. Aus Feuer geboren, durch Eis geformt - auch wir werden durch unsere Schicksale geformt. Dennoch kann ich für mich sagen, jedes noch so schwere und einschneidende Erlebnis konnte das Feuer in mir nicht löschen. Feuer und Eis: Meiner Meinung nach kann unser Leben genauso – wie Island – bezeichnet werden.

Im September fliegen wir nochmals hin! 

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30.04.2014
von Andrea

Ganz oder gar nicht

Ich achte ab und zu darauf, wie Heiko mich anschaut und beobachtet. Ich glaube, dass er sich teilweise nicht bewusst ist, dass ich das merke und mache mir ab und zu auch etwas Sorgen um ihn....belastet ihn meine Krankheit doch mehr als ich denke –oder als dass er denkt? Sollte ich mir mehr Gedanken auch um ihn machen? Vielleicht? Ich weiss es nicht und denke wahrscheinlich auch zu wenig  darüber nach. Andersrum...denke ich auch, dass er das auch nicht möchte und sich dann Gedanken machen würde, dass ich mich zu sehr damit beschäftigte und belaste. Bin ich in dieser Sache trotz allem zu egoistisch? 

Die Unterstützung von ihm ist nicht selbstverständlich – dies wird mir immer wieder von anderen Menschen gesagt und man ist immer sehr erstaunt, dass er mich so blind und bedingungslos liebt und mir immer beiseite steht. Ich selbst sehe es so, dass ich ihm genauso helfen und ihn unterstützen würde, sollte ihm etwas passieren – es ist für mich klar – wenn man liebt nur ganz oder gar nicht.

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27.01.2014
von Andrea

Diät

Die Wochen vor Weihnachten waren für mich sehr anstrengend. Ich hatte viel Arbeit, eine Steissbeinentzündung und war einfach etwas angeschlagen. Es schien so, als würden sich die Belastungen des gesamten Jahres sammeln und sich auf meinen Schultern niederlassen. Ich fühlte mich allgemein nicht so ganz fit, was wahrscheinlich, wie fast bei allen Menschen dazu führt, dass man etwas dünnhäutiger und weniger belastbar ist. Ich nervte mich ab vielem sehr viel schneller und war zügig in Rage.
Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich normalerweise eine taffe Persönlichkeit bin und einen schweren Rucksack tragen kann, ohne dass mir dieser von den Schultern fällt. So war ich doch sehr von mir selbst überrascht, als mein Nervenkostüm am Mittwoch vor Beginn der Weihnachtsferien plötzlich und unaufhaltsam riss, in einem Moment, welchen ich im Normalfall ohne Blessuren überstanden hätte. Ich konnte meine Nerven nicht mehr bändigen und brach in Tränen aus. Dieser Zustand liess sich meinerseits nicht mehr stoppen und ich ging von der Arbeit nach Hause und heulte dort unaufhaltsam weiter – ich war nicht im Stande das Weinen zu stoppen, ohne dass ich wirklich wusste was los und was wirklich der Grund für diesen Ausbruch war. Meine Mami hat mich dann aufgeklärt – ich hatte wohl einen kleinen Nervenzusammenbruch.
Mir war oder eher gesagt ist die ganze Situation unangenehm und ich komme mir irgendwie doof vor. Im Endeffekt war es wohl wieder einmal ein Zeichen meines Körpers der mir sagte, dass ich wohl nicht über alles bestimmen kann, und sich die mir selbst zugefügten Überlastungen irgendwann rächen werden. Und zwar so, dass man diese spontan und mit der ganzen Breitseite her zu spüren bekommt.
Wenn das Nervenkostüm zu klein ist reisst es oftmals unweigerlich – wie bei einem normalen Kleid. Nimmt man zu und will das eine Kleid, welches einem doch so gut gestanden hat – vor 5 Jahren – anprobieren und sich gnadenlos versucht reinzuzwängen, so kann es passieren, dass ein oder mehrere Nähte reissen. In diesem Falle ist wohl eine Diät angesagt – die Nähte lassen sich dann wieder schliessen und das Kleid passt wieder.

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10.05.2012
von Christian Rusterholz

Grenzen überschreiten

Unsere Spenden-Tour im letzten Jahr war ein voller Erfolg. Auf fast 1800 Kilometern lief alles super und die Spenden zu Gunsten der MS Gesellschaft Schweiz flossen in Strömen. Nur bei mir persönlich lief es nicht ganz so fliessend, eher stolpernd, im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf ein Hoch folgt oft ein Tief – oder umgekehrt
Nach der Tour habe ich mich pudelwohl gefühlt. Ich lief gut und somit lief alles um mich herum gut. Ich meisterte meinen stressigen Job und hatte noch genug Zeit für andere Dinge wie Unternehmungen mit Freunden.

August - Spitalzeit
Dann kam der August und ich musst ins Spital. Die MS meldete sich mit Pauken und Trompeten zurück und wollte mit allen Mitteln meine Aufmerksamkeit. Ich war beinahe ins Spital gekrochen. Nur mit grösster Anstrengung konnte ich mich auf den Beinen halten. Es kribbelte in meinem Bauch und eine geschätzte Million Ameisen machte sich an meinen Beinen zu schaffen und liessen sich einfach nicht abschütteln. Das war schlimmer als jede Erinnerung an Ameisenhaufen in der Kindheit. Das Zauberwort hiess Kortison. Eigentlich ist es ja gleichzeitig ein Fluch denn ich ging auf wie ein kleiner Hefekloss. Im Spital hatte ich einen Fensterplatz und konnte, da ich leicht unterbeschäftigt war, mit „meiner MS“ diskutieren. Wir sind zum Schluss gekommen, dass ich nicht kampflos aufgeben werde. Mein Laptop hat mich dann von weiteren Diskussionen abgehalten und ich habe mich sinnvollerem, nämlich meiner Arbeit gewidmet. Die Schwestern haben zwar den Kopf geschüttelt, aber ich denke ich war ihnen so lieber als wenn ich mich selbst bedauern würde. Nach einer Woche wurde ich nach Hause entlassen. Die Krankenkasse sah keinen Sinn in einer anschliessenden Reha. Nach genau drei Tagen zu Hause war ich wieder in der Notaufnahme. Nein, es lag nicht an meinem Umfeld zu Hause, dort fühle ich mich im Allgemeinen sehr wohl. Diagnose, neuer Schub oder immer noch derselbe Schub, wie auch immer. Wieder hiess es Kortison und Fensterplatz. Diesmal habe ich gar nicht erst überlegt sondern den Laptop direkt mitgenommen um mir Diskussionen mit der MS zu ersparen. Nach einer Woche wurde ich wieder in die Arbeitswelt entlassen. Einen Reha-Aufenthalte hat meine Krankenkasse auch diesmal abgelehnt. Wozu auch, der arbeitet ja noch im Spital...

Kraftlos, aber nicht mutlos
So habe ich mich von den zwei Schüben nur schlecht wieder erholt. Mein Gangbild war ein Bild des Grauens und die Beine weich wie Pudding. Wer bis jetzt noch nicht wusste, dass ich MS habe, der hat es jetzt ganz sicher gesehen. Ganz langsam habe ich mich wieder halbwegs erholt. Die Arbeit ist eine gute Medizin für mich. Aber ich brauchte nun ängere Erholungsphasen. Um sechs Uhr klingelt jeweils Montags bis Freitags mein Wecker. Dann geht’s los zur Arbeit. Gegen 18 Uhr bin ich zurück. Dann steht meist schon das Nachtessen bereit und gegen 20 Uhr schlafe ich auf dem Sofa ein, um gegen 21 Uhr gehe ich Richtung Bett. Da bleibt wenig Zeit für Kollegen, Freizeitaktivitäten oder Krafttraining für die verlorenen Muskeln. Manchmal schaffte ich es noch auf das Spinning-Rad und an den Wochenenden auch mal auf mein Rennrad.

Weihnachtszeit
Dann im Dezember die Weihnachtsferien. Das ist doch der ideale Zeitpunkt um sich wieder mal bei mir zu melden, dachte die MS. Ich wurde im Spital am Empfang mit Namen begrüsst, bevor ich mich vorstellen konnte. Diesmal hatten die Ärzte Mitleid mit mir und entschieden, dass, weil Weihnachten oder dank dem Hundeblick meiner Freundin, die Infusionen für dieses Mal ambulant verabreicht werden konnten. Da ich zu dieser Zeit wieder ziemlich wackelig auf den Beinen war, übernahm meine Partnerin den Transport und fuhr mich jeweils zum Spital, dann las sie alle Klatschhefte in der Cafeteria und schleppte mich nach einer Stunde wieder heim, wo ich mein festes Lager im Wohnzimmer installiert hatte. Laptop, Fernseher, Decke und eine Klingel für Wünsche, alles in Reichweite. So langsam nahm mein Gesicht dank dem Kortison wieder die Form eines Smilys an, kreisrund. Meine Beine wollten nicht so wie ich und als dann ein Arbeitskollege im Januar meinte, Christian Du musst ja über Weihnachten unglaublich gut gegessen haben so rund wie Du geworden bist, hatte ich nur ein müdes Lächeln für ihn übrig. Diesmal habe ich mich schlecht wieder erholt. Meine Beine haben meinen Willen und die Meldung vom Kopf, ihr sollt laufen, ignoriert.

Notbremse Reha
Gezahlte Reha, Wunschdenken. So habe ich mich im Januar auf eigene Faust für eine Reha angemeldet und diese dann auch selbst bezahlt. Die drei Wochen in Valens haben mir so gut getan! Ich konnte enorm viel Energie und Kraft tanken. So habe ich dann auch den diesjährigen Autofhar-Test, den ich jährlich absolvieren muss, mit Bravour bestanden.

50% Leistungssteigerung
Ich konnte gegenüber dem Eintrittstest meine Leistungsfähigkeit bei den Tests zum Abschluss der Reha um über 50% steigern, in nur drei Wochen! Mit neuer Energie konnte ich die Klinik wieder verlassen. Eine Investition, die sich in jedem Fall gelohnt hat. Nach dem Aufenthalt habe ich wieder begonnen die nächste Spenden-Tour zu planen. Mit Initiative und Einzahlungsscheinen gerüstet, bin ich nun auf Sponsorensuche. Diesmal sammeln wir für MS Betroffene, denen wie mir selbst, Reha Aufenthalte verweigert werden und die sich diese Aufenthalte nicht selbst leisten können.

Leistungsniveau halten und verbessern
Mein Fazit. Es ist ein Kampf gegen die MS. Jeden Tag aufs Neue. Wenn morgens der Wecker klingelt, war die schlaflose Nacht wieder viel zu kurz. Ich nehme neuerdings ab und zu den oberen Wohnungsausgang, statt dem in der unteren Etage. Dann spare ich mir die Stufen, denn es gibt Tage, da wird die Treppe zur Herausforderung. Ich bin, sofern es das Wetter und meine Gesundheit erlauben, wieder am trainieren für die neue Tour von Frankfurt nach Zürich. Diesmal haben wir die Etappen gekürzt und sind statt 120 noch 60 km am Tag unterwegs. Das ist noch die Hälfte der Strecke vom letzten Jahr. Aber ich bin stolz, mich wieder hochgekämpft zu haben und wir werden wieder unterwegs sein. Ausserdem habe ich an dieser Tour ein Elektrorad der Firma Flyer dabei. Für alle Fälle.

Liebe MS, Du hast dir den Falschen ausgesucht. Ich gebe noch lange nicht auf. Mein Motto heisst „Grenzen-überschreiten“ und das jeden Tag.

Den ebenfalls betroffenen Lesern alles Gute.
Christian Rusterholz

www.grenzen-ueberschreiten.ch

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Multiple Sklerose
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14.03.2012
von Niggi Schubert

Akt der Befreiung oder Papierverschleiss?

Schreiben ist eine ausgezeichnete Therapie. Hat dies nicht jeder von uns schon mal gehört? Weshalb eigentlich? Schon Wilhelm Busch wusste doch:

Das Schreiben, das Schreiben,
Soll man nicht übertreiben,
Das kostet bloss Papier.

Was also soll am Schreiben so heilsam sein?

Als MS betroffener Schriftsteller habe ich mir diese Frage natürlich schon verschiedentlich gestellt. Besonders als ich an meinem neusten Roman «Licht über verkrüppelten Palmen» arbeitete. Der junge Architekturstudent Peter wird darin mit der MS-Diagnose konfrontiert und muss seine bisherigen Lebenspläne überdenken. Er resigniert aber nicht, sondern kämpft um seine Freiheit und Selbstverwirklichung, auch wenn er der Krankheit letztlich nicht ausweichen kann.

Stellt sich natürlich die Frage: Wie viel Niggi steckt in Peter?

Ein Theatermann gab mir zu diesem Thema einen wertvollen Gedankenanstoss: Er riet mir, mich als Autor von meiner Hauptfigur zu distanzieren. Damit agiert der Protagonist nicht mehr als mein Alter Ego, sondern als eigenständige Persönlichkeit mit einem eigenen Krankheitsverlauf. Das Spannende daran: Anders als in meinem wirklichen Leben als MS-Betroffener kann ich die Krankheit meines Protagonisten steuern, um so die Handlung voranzutreiben. Beim Schreiben bestimme ich über die Multiple Sklerose und nicht sie über mich.

Es gibt Tage, an denen fehlt mir die Kraft zum Schreiben. Dann verfasse ich kürzere Texte, etwa ein Gedicht. Wichtig ist, dass ich meine Gedanken und Geschichten festhalten kann. Denn selbst der kostenbewusste Wilhelm Busch hat wohl die Erfahrung gemacht: Schreiben kann einem eine Freiheit vermitteln, die unbezahlbar ist. Aus diesem Grund möchte ich in Zukunft irgendwann eine Schreibwerkstatt für MS-Betroffene anbieten. Auch andere sollen erfahren, wie es sich anfühlt, wenigstens schreibenderweise über die MS zu bestimmen und so eine hilfreiche Distanz zu schaffen.

Auszug aus Niggi Schuberts Roman

  

     Niklaus Schubert
     Licht über verkrüppelten Palmen
     Roman. Mit einem Nachwort von Jürg Kesselring
     Verlag Johannes Petri 2011.
     300 Seiten. Gebunden.
     CHF 27.—
     ISBN 978-3-03784-010-8

 

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01.02.2012
von Andrea

Was bist denn du für ein Sonnenschein?!

Früher hab ich mich eher rausgehalten. Die Betonung liegt auf EHER – ich war schon immer eine direkte Person und äusserte dies, wenn mich etwas wurmte.
Heute... man könnte mich wohl fast frech nennen, schäm. Aber ich kann unterdessen nicht mehr so gut „uf d’Schnurre hocke“, wie ich es früher getan habe. So ist es für mich kein Problem, eine unfreundliche Verkäuferin, einen Flegel von Versicherungsberater, einen verbitterten Passkontrollbeamten oder gar einen überheblichen Herrn in einer höheren (wirklich höheren) Position zu fragen „haben Sie schlechte Laune?“. Meist sind die Angesprochenen sehr verdutzt und sprachlos – ändern dann urplötzlich ihr Verhalten und merken selbst, dass das Gegenüber (ich) nichts für die schlechte Laune kann. Diese Reaktion finde ich sehr gut, denn jeder hat mal schlechte Laune und realisiert nicht wie sehr sie/er dies nach aussen trägt.
Dann gibt es diejenigen, die sich entschuldigen und bei denen man gleich beim ersten Wort merkt, dass es ihnen „schnurzpipegal“ ist, wie sie auf andere wirkten und sie nur die Zeit bei der Arbeit so rasch wie möglich rumbringen will.

Die Herrlichsten sind allerdings diejenigen, welche noch unfreundlicher werden (meist in höheren Positionen vertreten) und versuchen, einem auf eine Stufe zu degradieren, welche wirklich nicht löblich ist. Solche Menschen tun mir im Nachhinein immer sehr leid. Leid dafür, dass sie offensichtlich ein unglückliches Leben leben, nichts daran ändern, weil sie Angst vor Neuem haben und dies willentlich an anderen auslassen, um sich wenigstens für 5 Minuten mächtig und wichtig zu fühlen. Ihnen kann ich nur empfehlen: Seid mutig! Glücklichsein ist so schön und die Frage „was bist denn du für ein Sonnenschein?" kann ohne Ironie gestellt werden.

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12.08.2011
von Andrea

Vetrauen ist gut - Kontrolle ist besser

Hat sich mein allgemeiner Zustand verschlechtert im Hinblick auf das letzte Jahr? Manchmal oder eher öfter bin ich mir da sehr unsicher. Vielleicht nehme ich die Änderungen bzw. Verschlechterung meiner Augen und meines Gleichgewichtes erst jetzt richtig war und ignoriere sie nicht mehr oder aber es hat sich allgemein verschlechtert. Minim aber trotzdem zu beachten.

Meine 2 bis 4 Bonsaischübe im Jahr lassen ab und zu an mir selbst zweifeln...sind sie ganz weg? Wenn das Thermometer über 24 Grad steigt spüre ich sie wieder – waren sie nie weg und ich bemerke sie jetzt intensiver weil es so warm ist? Ich weiss es nicht – und somit ist das Sprichwort „Vertrauen ist gut - Kontrolle besser“ an mich selbst gerichtet.

Nicht immer kann man sich selbst am meisten trauen.

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11.07.2011
von Andrea

Jammerlappen?!

Ab und zu ertappe ich mich dabei, wie ich mich ab Menschen innerlich sehr ärgere, die ständig wegen "Kleinigkeiten" jammern. Vor allem wenn es um Gesundheitliches geht. Ständig hör ich mir an, wenn jemand ein Wehwehchen hat. Bis zu einem Mass finde ich das absolut normal und auch akzeptabel, aber wenn dann wer an einem Tag mit 4 verschiedenen Schmerzempfindungen kommt und auch noch lautstark drüber jammert und Mitleid fordert...hmm, hab ich da schon meine Mühe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich eigentlich selten jammere und wenn, dann nur auf Nachfrage ;-) und dies automatisch auch von anderen Leuten erwarte. Wird wohl so sein.

Ich nehm das Leben wahrscheinlich anders an. Ich bin glücklich und zufrieden mit dem, was ich hab...sogar sehr glücklich. Und jetzt frag ich mich gleich auch, ob ich vor der MS-Diagnose auch so über mein Leben gedacht habe oder ebenfalls ein im Selbstmitleid versinkender Jammerlappen war. Ganz ehrlich... ich weiss es nicht. Ich werd wohl oder übel mal meine Familie um ein ehrliches und nicht schonendes Urteil diesbezüglich bitten müssen ;-).

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20.06.2011
von Nathalie

Stress und MS passen nicht gut zusammen…

Und man weiss es eigentlich schon länger. Ich spreche vom heutigen Modewort Stress, hervorgerufen von einer Welt, in welcher nur die Leistung zählt. Wenn man der Bedeutung dieses simplen Wortes nachgeht, erfährt man, dass Stress sowohl eine Reaktion des Körpers auf Spannungen als auch eine Verteidigung gegen Angriffe auf das persönliche Umfeld ist. Neutral gesehen ist Stress etwas Positives (auf Englisch Eustress), als Schutz und Reaktion auf eine schwierige oder potenziell gefährliche Situation. Das Herz schlägt schneller, die Atmung wird verstärkt, sowohl die Konzentration als auch die Reaktion sind auf dem höchsten Level. Wenn sich dann die Situation der Bedrohung oder des Konflikts auflöst, folgt eine Phase der Entspannung.

Aber es kann passieren, dass uns die Situation entgleitet und der Stress überhand nimmt, weil es entweder keinen Ausweg aus einer Situation gibt oder aber – typischerweise – im Fall einer Krankheit. Seien wir uns bewusst: Es gibt externen Stress auslösende Faktoren wie Veränderungen der Lebensumstände (Trauer, Umzug, Geburt, Scheidung...) sowie weitere Unannehmlichkeiten. Internen Stress können aber auch andere Faktoren auslösen wie intensive Freude oder Leid, Schmerzen, Erkrankung oder eben lang andauernde Krankheiten wie die MS... Unter solchen Umständen findet man nicht immer eine gute Lösung und man gerät in den Strudel von negativem Stress (Disstress). Noch schlimmer ist es, wenn der Stress chronisch wird: So ein Zustand kann das eigene Immunsystem schwächen und bis zur Erkrankung führen. Es ist schwierig, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, man fühlt sich wie die Katze, die sich in den eigenen Schwanz beisst...

Glücklicherweise ist Stress nicht eine gegebene Tatsache. Es gibt eine Vielzahl von Techniken im Umgang damit. Einige davon finden Sie in der Lunea-Rubrik «Balance – Entspannung»(: http://www.lunea.ch/de/balance/entspannung/)
Persönlich habe ich so meine eigenen Tricks. Ich möchte diese gerne mit Ihnen teilen, gerade weil gewisse Techniken sehr einfach in den Alltag integriert werden können. Ich versuche, im Rahmen des Möglichen in einem positiven mentalen Zustand zu bleiben und jeweils ein NEIN in ein JA zu verwandeln. Sicher, das ist nicht immer ganz einfach! Doch ich versuche einfach, negative Ausdrücke wie «schlecht», «unmöglich», «ich kann nicht» etc. zu vermeiden. Zum Beispiel verwandle ich die Haltung «Ich kann in dieser Situation nichts machen» in ein «Ich mache es nach bestem Wissen und Gewissen». Dies ist ein psychologischer Trick, aber er wirkt, die Welt färbt sich gleich rosa ;-).

Ein weiteres einfaches Mittel, um den Stress zu bekämpfen, ist die Methode, sich regelmässig Momente für Angenehmes zuzugestehen. Versuchen Sie sich wenigstens einmal täglich etwas zu gönnen, was Sie sehr gerne tun (Lesen, Musik hören, mit Ihren Freunden telefonieren...). Sie werden erstaunt sein, um wie viel entspannter Sie sich am Ende des Tages fühlen werden.

Machen Sie auch Gebrauch von Entspannungstechniken wie Meditation, Tai-Chi, Sophrologie, autogenem Training, Yoga... Diese Techniken reduzieren Stress auf natürliche Art und Weise sowie ohne Nebenwirkungen, sofern sie unter Anleitung eines erfahrenen und kompetenten Therapeuten ausgeführt werden.

Seit 20 Jahren praktiziere ich nun die Sophrologie mehr oder weniger regelmässig. Diese Technik hilft mir, meinen körperlichen Zustand im Gleichgewicht zu halten, insbesondere in schwierigen Situationen.

Die Sophrologie reduziert meine Ängste und Spannungen wesentlich. Diese Methode basiert auf der Selbsthypnose und wurde vom kolumbianischen Arzt A. Caycedo in den Sechzigerjahren entwickelt. Sie besteht hauptsächlich aus mentalen und daneben auch aus körperlichen Übungen, die überall und zu jeder Zeit ausgeübt werden können. Die Sophrologie wurde speziell konzipiert, um Positives zu stärken, das Individuum im Jetzt zu verankern (Carpe Diem!) und um Stress abzubauen. Welch tolle Konzeption ;-)! Und glauben Sie mir: Es funktioniert! Es fühlt sich an wie ein Moment im Paradies, und dies ganz ohne Alkohol oder Drogen! Wohlgemerkt: Wie alle anderen Entspannungstechniken braucht auch die Sophrologie einige Übung. Viele Menschen praktizieren diese spezielle Technik in Einzel- oder Gruppenkursen, um sie zu erlernen und auszuüben. Hier finden Sie weiterführende Informationen darüber: http://www.sophro.ch/

Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Tag voller Freude und Entspannung.
Nathalie

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