Lunea Blog

18.08.2015
von Andrea

Aus Feuer geboren, durch Eis geformt

Mit den Begriffen Feuer und Eis wird Island oft bezeichnet – eine Insel voll von geologischen Extremen.

Im Mai dieses Jahres habe ich zum ersten Mal meine Füsse auf diese Insel gesetzt. Sie hat mich sofort von ihrer Schönheit und ihrer Vielfältigkeit überzeugt.

Innerhalb einer Woche haben wir mit dem gemieteten Auto die Insel umfahren. Jeden Tag haben wir neu gestaunt und waren überwältigt von dem, was die Insel von sich Preis gibt. Seien es heisse dampfende Quellen, ein schlafender Vulkan, Schwefel der aus dem Boden raucht... der Geysir, der ca. alle 15 Minuten etwa 20 Meter hoch in den Himmel schiesst... Es gäbe so vieles von Island zu berichten. Aber es wäre niemals möglich, es so wiederzugeben, wie es in Wirklichkeit ist.

Island liess mich innehalten, abschalten, entspannen und an nichts Negatives und Belastendes denken. Unbeschreiblich und unglaublich atemberaubend SCHÖN!

Ich erkenne an dieser Insel mit ihren Extremen Parallelen zu unserem menschlichen Leben. Aus Feuer geboren, durch Eis geformt - auch wir werden durch unsere Schicksale geformt. Dennoch kann ich für mich sagen, jedes noch so schwere und einschneidende Erlebnis konnte das Feuer in mir nicht löschen. Feuer und Eis: Meiner Meinung nach kann unser Leben genauso – wie Island – bezeichnet werden.

Im September fliegen wir nochmals hin! 

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04.07.2014
von Christian Rusterholz

Tourbericht von Markus Seifert

Markus Seifert, der neu im Team von «Grenzen überschreiten» ist, war zum ersten Mal auf der Tour mit von der Partie und erinnert sich gerne an die fast 600 zurückgelegten Kilometer zurück.

«Es sind etwa 500 bis 600 Kilometer innerhalb von acht Tagen. Diese Angaben zu einer Velotour hätten mich noch vor fünf Jahren nicht wirklich erschreckt. Doch als mir Christian Rusterholz bei der Reha davon erzählte, war ich doch etwas beeindruckt. Denn im Januar 2014 fühlte ich mich alles andere als fit dafür. Die MS, die sich vor 18 Jahren ungebeten und polternd in mein Leben eingemischt hatte, schränkte mich auch in sportlicher Hinsicht seit Herbst 2013 zunehmend ein. Irgendwie liess mich aber Christians Engagement für sein Projekt „Grenzen überschreiten“ www.grenzen-ueberschreiten.ch nicht mehr los.
Einige Wochen und viele Therapiestunden in Valens später, reifte mein Entschluss an der Tour 2014 teilzunehmen. In der Reha hatte ich nämlich grosse Fortschritte gemacht. Die Zusage war zugleich Verpflichtung, das Training weiterzuführen und zu intensivieren. Die fünf Etappen auf Schweizer Boden (Oerlikon-Frauenfeld-St. Margrethen-Bad Ragaz-Schmerikon-Zürich) waren ohne Vorbereitung kaum zu schaffen.
Als es dann am 28. Mai (Welt-MS-Tag) soweit war, startete ich trotzdem mit einem etwas mulmigen Gefühl im Magen. Der medizinische Check in Valens stimmte mich zwar zuversichtlich, aber ich wusste nicht, wie mein Körper auf längere Belastungen reagieren würde.
Nun, nach Abschluss der Tour bin ich stolz auf meine Leistung und die meiner neun Mitstreiter des Kernteams. Alle fünf Tagesetappen in der Schweiz gemeistert, Wind und Regen getrotzt. Alleine hätte ich wohl aufgegeben. Im Team habe ich Grenzen zwar nicht überschritten, aber hinausgeschoben. Dies alles unter „strengem“ Blick der mitfahrenden Sportwissenschaftlerin aus Valens. Sie hat uns MS-Patienten konsequent auf den Puls geschaut und sich nach unserem Befinden erkundigt. Und wenn es trainingstechnisch nötig war, hat sie uns auch mal mit „sanftem Druck“ und Charme für eine Zusatzrunde über einen kleinen Pass motiviert. Der Anstieg auf den Kerenzerberg war happig, das Gefühl auf der Passhöhe unbeschreiblich gut. Die Auswertung der medizinischen Daten wird das bestätigen, was wir Teilnehmer schon wissen: Sport ist (die beste) Medizin, auch für MS-Betroffene!
Der herzliche Empfang im Zielgelände – nach einer Fahrt durch Zürich mit vielen Freunden, Angehörigen und Unterstützern – war mehr als bloss Entschädigung für die Anstrengungen. Wahrscheinlich war ich nicht der einzige mit einer Gänsehaut.
Was bleibt sind gute Erinnerungen, neue Freunde und grosser Respekt vor der Leistung der einzelnen Teilnehmer. Und das Gefühl etwas für einen guten Zweck geschafft zu haben: Nichts Grosse und nichts Aussergewöhnliches – aber auch die längste Reise beginnt mit einem kleinen Schritt. Vielleicht bringt 2015 eine Fortsetzung...»

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04.07.2014
von Christian Rusterholz

Grenzen überschreiten 2014

Nach der Tour 2013 war ich leider stark erkältet und meine gute Form war schnell dahin. Ein Infekt der Stirnhöhle hat mich sehr zurückgeworfen. Somit war ich nach der Tour sogar auf einem tieferen konditionellen Niveau als vor der Tour. Der Kraftzuwachs war zwar spürbar, aber ich fühlte mich sehr matt.
Im Januar ging es dann wieder nach Valens und ich war vier Wochen intensiv am Training. Ich spürte, dass die Kraft und die Beweglichkeit von Tag zu Tag zurück kehrten. Im Speisesaal und in den Trainingsräumen kam ich mit anderen MS Patienten in Kontakt. Ich erzählte von unserer Tour und sie waren so sehr begeistert, dass sie an einer Teilnahme interessiert waren. Während der Zeit in Valens entschloss ich mich, die Basistherapie zu unterbrechen. Die Anfälligkeit auf Infekte hat sich in den letzten zwei Jahren sehr verstärkt und jede Grippe hinterliess grosse Beeinträchtigungen.
Zurück von der Reha versuchte ich die gute Verfassung zu halten. Infolge der Witterung (oder war es nur eine willkommene Ausrede?) fiel die eine oder andere Velotour ins Wasser. Mit nur etwa 400 km Vorbereitung in den Beinen, starteten wir an der Auffahrt zur Rundfahrt in Frankfurt und dann an den folgenden Tagen bis nach Heidelberg. Klugerweise hatte ich mich fürs E-Bike entschieden. Die Tagesetappen von über 80 km wären zu viel gewesen.
Ich brauchte beim Aufsteigen aufs Gefährt jeweils Hilfe. Das Vorgehen spielte sich schnell ein. Velo hinlegen, mit Hilfe über den Rahmen steigen, Velo aufstellen, linkes Bein selbst auf die Pedalen und dann mit Hilfe das rechte Bein auf die Pedale und in die Klick rein. Zum Fahren ging es dann sehr gut; nur beim Stoppen brauchte ich immer einen Ampelpfosten oder einen Laternenpfahl, da ich nicht aus den Klickpedalen kam. Das funktionierte die ganze Tour ohne grössere Probleme, verursachte aber manchmal eine gewisse Hektik…
Während der Tour hielten wir in Heidelberg, Frauenfeld und Bad Ragaz jeweils eine Vortragsreihe zum Thema „MS und Bewegung“. Die Vortragsabende waren immer gut besucht, inhaltlich sehr spannend und ein voller Erfolg.
In der Schweiz waren fünf Etappen geplant. Es ging von Tag zu Tag besser, aber ich entschied mich immer für das E-Bike. So konnte ich das Tempo in der Gruppe mithalten. Am letzten Tag gelang es mir dann ganz alleine aufs Velo zu steigen. Ein kleiner Triumph, den ich, wie auch die Zielankunft in Zürich, sehr genossen habe.
Das Thema Tour 2015 war ab Mitte der diesjährigen Rundfahrt ein Dauerthema! Sofern mich meine Mitfahrer auch nächstes Jahr auf irgendeine Art aufs Velo bringen, gibt es eine Neuauflage.
Ein riesiges Dankschön an alle Mitfahrer, die mir jeden Tag geholfen haben, die Etappen zu meistern, sei es beim Aufsteigen, in den Bergen, mit etwas Schieben oder einfach gut Zureden und motivieren. Ohne euch hätte ich es nicht geschafft!
Route und Teilnehmer sind noch völlig offen. Ich freue auf die kommenden Herausforderungen…

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10.05.2012
von Christian Rusterholz

Grenzen überschreiten

Unsere Spenden-Tour im letzten Jahr war ein voller Erfolg. Auf fast 1800 Kilometern lief alles super und die Spenden zu Gunsten der MS Gesellschaft Schweiz flossen in Strömen. Nur bei mir persönlich lief es nicht ganz so fliessend, eher stolpernd, im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf ein Hoch folgt oft ein Tief – oder umgekehrt
Nach der Tour habe ich mich pudelwohl gefühlt. Ich lief gut und somit lief alles um mich herum gut. Ich meisterte meinen stressigen Job und hatte noch genug Zeit für andere Dinge wie Unternehmungen mit Freunden.

August - Spitalzeit
Dann kam der August und ich musst ins Spital. Die MS meldete sich mit Pauken und Trompeten zurück und wollte mit allen Mitteln meine Aufmerksamkeit. Ich war beinahe ins Spital gekrochen. Nur mit grösster Anstrengung konnte ich mich auf den Beinen halten. Es kribbelte in meinem Bauch und eine geschätzte Million Ameisen machte sich an meinen Beinen zu schaffen und liessen sich einfach nicht abschütteln. Das war schlimmer als jede Erinnerung an Ameisenhaufen in der Kindheit. Das Zauberwort hiess Kortison. Eigentlich ist es ja gleichzeitig ein Fluch denn ich ging auf wie ein kleiner Hefekloss. Im Spital hatte ich einen Fensterplatz und konnte, da ich leicht unterbeschäftigt war, mit „meiner MS“ diskutieren. Wir sind zum Schluss gekommen, dass ich nicht kampflos aufgeben werde. Mein Laptop hat mich dann von weiteren Diskussionen abgehalten und ich habe mich sinnvollerem, nämlich meiner Arbeit gewidmet. Die Schwestern haben zwar den Kopf geschüttelt, aber ich denke ich war ihnen so lieber als wenn ich mich selbst bedauern würde. Nach einer Woche wurde ich nach Hause entlassen. Die Krankenkasse sah keinen Sinn in einer anschliessenden Reha. Nach genau drei Tagen zu Hause war ich wieder in der Notaufnahme. Nein, es lag nicht an meinem Umfeld zu Hause, dort fühle ich mich im Allgemeinen sehr wohl. Diagnose, neuer Schub oder immer noch derselbe Schub, wie auch immer. Wieder hiess es Kortison und Fensterplatz. Diesmal habe ich gar nicht erst überlegt sondern den Laptop direkt mitgenommen um mir Diskussionen mit der MS zu ersparen. Nach einer Woche wurde ich wieder in die Arbeitswelt entlassen. Einen Reha-Aufenthalte hat meine Krankenkasse auch diesmal abgelehnt. Wozu auch, der arbeitet ja noch im Spital...

Kraftlos, aber nicht mutlos
So habe ich mich von den zwei Schüben nur schlecht wieder erholt. Mein Gangbild war ein Bild des Grauens und die Beine weich wie Pudding. Wer bis jetzt noch nicht wusste, dass ich MS habe, der hat es jetzt ganz sicher gesehen. Ganz langsam habe ich mich wieder halbwegs erholt. Die Arbeit ist eine gute Medizin für mich. Aber ich brauchte nun ängere Erholungsphasen. Um sechs Uhr klingelt jeweils Montags bis Freitags mein Wecker. Dann geht’s los zur Arbeit. Gegen 18 Uhr bin ich zurück. Dann steht meist schon das Nachtessen bereit und gegen 20 Uhr schlafe ich auf dem Sofa ein, um gegen 21 Uhr gehe ich Richtung Bett. Da bleibt wenig Zeit für Kollegen, Freizeitaktivitäten oder Krafttraining für die verlorenen Muskeln. Manchmal schaffte ich es noch auf das Spinning-Rad und an den Wochenenden auch mal auf mein Rennrad.

Weihnachtszeit
Dann im Dezember die Weihnachtsferien. Das ist doch der ideale Zeitpunkt um sich wieder mal bei mir zu melden, dachte die MS. Ich wurde im Spital am Empfang mit Namen begrüsst, bevor ich mich vorstellen konnte. Diesmal hatten die Ärzte Mitleid mit mir und entschieden, dass, weil Weihnachten oder dank dem Hundeblick meiner Freundin, die Infusionen für dieses Mal ambulant verabreicht werden konnten. Da ich zu dieser Zeit wieder ziemlich wackelig auf den Beinen war, übernahm meine Partnerin den Transport und fuhr mich jeweils zum Spital, dann las sie alle Klatschhefte in der Cafeteria und schleppte mich nach einer Stunde wieder heim, wo ich mein festes Lager im Wohnzimmer installiert hatte. Laptop, Fernseher, Decke und eine Klingel für Wünsche, alles in Reichweite. So langsam nahm mein Gesicht dank dem Kortison wieder die Form eines Smilys an, kreisrund. Meine Beine wollten nicht so wie ich und als dann ein Arbeitskollege im Januar meinte, Christian Du musst ja über Weihnachten unglaublich gut gegessen haben so rund wie Du geworden bist, hatte ich nur ein müdes Lächeln für ihn übrig. Diesmal habe ich mich schlecht wieder erholt. Meine Beine haben meinen Willen und die Meldung vom Kopf, ihr sollt laufen, ignoriert.

Notbremse Reha
Gezahlte Reha, Wunschdenken. So habe ich mich im Januar auf eigene Faust für eine Reha angemeldet und diese dann auch selbst bezahlt. Die drei Wochen in Valens haben mir so gut getan! Ich konnte enorm viel Energie und Kraft tanken. So habe ich dann auch den diesjährigen Autofhar-Test, den ich jährlich absolvieren muss, mit Bravour bestanden.

50% Leistungssteigerung
Ich konnte gegenüber dem Eintrittstest meine Leistungsfähigkeit bei den Tests zum Abschluss der Reha um über 50% steigern, in nur drei Wochen! Mit neuer Energie konnte ich die Klinik wieder verlassen. Eine Investition, die sich in jedem Fall gelohnt hat. Nach dem Aufenthalt habe ich wieder begonnen die nächste Spenden-Tour zu planen. Mit Initiative und Einzahlungsscheinen gerüstet, bin ich nun auf Sponsorensuche. Diesmal sammeln wir für MS Betroffene, denen wie mir selbst, Reha Aufenthalte verweigert werden und die sich diese Aufenthalte nicht selbst leisten können.

Leistungsniveau halten und verbessern
Mein Fazit. Es ist ein Kampf gegen die MS. Jeden Tag aufs Neue. Wenn morgens der Wecker klingelt, war die schlaflose Nacht wieder viel zu kurz. Ich nehme neuerdings ab und zu den oberen Wohnungsausgang, statt dem in der unteren Etage. Dann spare ich mir die Stufen, denn es gibt Tage, da wird die Treppe zur Herausforderung. Ich bin, sofern es das Wetter und meine Gesundheit erlauben, wieder am trainieren für die neue Tour von Frankfurt nach Zürich. Diesmal haben wir die Etappen gekürzt und sind statt 120 noch 60 km am Tag unterwegs. Das ist noch die Hälfte der Strecke vom letzten Jahr. Aber ich bin stolz, mich wieder hochgekämpft zu haben und wir werden wieder unterwegs sein. Ausserdem habe ich an dieser Tour ein Elektrorad der Firma Flyer dabei. Für alle Fälle.

Liebe MS, Du hast dir den Falschen ausgesucht. Ich gebe noch lange nicht auf. Mein Motto heisst „Grenzen-überschreiten“ und das jeden Tag.

Den ebenfalls betroffenen Lesern alles Gute.
Christian Rusterholz

www.grenzen-ueberschreiten.ch

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21.02.2011
von Ramona

Ferienbericht Neuseeland – Thailand – Dubai; Ein Bericht über unsere 8-wöchige Reise

Erwartungsvoll und mit grosser Freude starteten mein Freund und ich zu unserer lang ersehnten Reise. Wir waren kaum nervös und hatten auch keine Bedenken, dass irgendetwas schief gehen könnte. Koffer packen ist keines meiner Hobbies, doch vorneweg, ich hatte doch zuviel eingepackt. Unsere Koffer wogen etwa 22 kg. Weniger Kilos tun es auch, so hat man weniger Ballast, den man mit sich herumtragen muss.
Die Medikamente kamen natürlich ins Handgepäck. An den verschiedenen Flughäfen hatte ich keine Probleme. Ca. 3 Monate vor meiner Abreise habe ich auf den elektronischen Autoinjektor gewechselt. Der Grund war, dass ich dann eine Ampulle für eine Woche habe und nicht 3 Fertigspritzen und somit ein bisschen Platz sparen konnte.
Der Flug nach Neuseeland dauerte ca. 24 Stunden. Es war ein anstrengender Flug, aber durchaus zu überleben. Das einzige was blieb war ein Jetlag, ansonsten aber hatte ich keine Beschwerden.
In Auckland hatten wir 3 tolle Wochen. Wir gingen zur Schule, hatten unser Apartment und haben schnell wieder einen Rhythmus gefunden. Wir gingen oft joggen, probierten die vielfältige Küche aus, schauten und staunten. Eines späten Abends sind wir sogar einen Halbmarathon gelaufen, nachdem wir uns beim Abendessen überschätzt haben. Eigentlich achte ich darauf, dass ich nicht vom einen Extrem ins andere gerate, aber mein Freund verleitet mich oft dazu. ☺ . Aber es ist alles gut gegangen.
Nach diesen 3 Wochen freuten wir uns auf die Natur und hatten das Stadtleben langsam satt. So holten wir unseren Campervan ab und fuhren los. Die Arbeitsteilung war so, dass mein Freund fuhr (Achtung Linksverkehr) und ich die Karten las. In Auckland bin ich schon mal gescheitert. Wir fanden kaum aus der Stadt raus. ☺
Auf der Nordinsel konnten wir nur noch 11 Tage bleiben, da wir die Fähre schon im Voraus gebucht hatten. Wir waren an wunderschönen Orten wie Russel, Rotorua, Taupo oder die Hahai Beach, wo mich jetzt Sehnsucht packt, wenn ich daran denke.
Mit unserem Camper hiess es Platz sparen, umbauen und Ordnung halten. Es war manchmal ein wenig umständlich, aber es hat uns beide nicht gestört. Man musste sich für diese Sachen einfach mehr Zeit nehmen. On the road hatten wir eine aufregende Zeit, hatten es uns toll eingerichtet und entdeckten unvergessliche Orte.
Nach 4 Wochen Camperleben, konnten wir uns zum Glück noch auf eine Woche Badeferien in Thailand freuen. Wir waren froh, das noch vor uns zu haben. Die Reise bis zum Ziel war jedoch äusserst anstrengend. Die Kurzfassung: 14 Stunden Flugzeit von Christchurch nach Bangkok. Ankunft mitten in der Nacht. 8 Stunden auf das Gepäck lauernd und auf den nächsten Flug wartend am Flughafen. Dann 1.5 Stunden Flug nach Krabi. Von Krabi zuerst mit dem Bus, dann mit dem Schiff und zuletzt noch mit dem Taxi nach Koh Lanta. Die Schiffstour allein dauerte nochmals 2 Stunden. Wir sind dann aber glücklich in einem wunderschönen Hotel angekommen. Wir genossen es, 7 Tage am gleichen Ort zu sein. Natürlich wurde es uns auch in diesem Hotel nicht langweilig: Ich machte erste Schwimmversuche im Kraulen. Wir liefen ins Dörfchen, badeten, joggten, spielten und assen sehr gut. Es war sehr heiss auf Koh Lanta, aber irgendwie habe ich die Hitze gut ertragen und wunderte mich sogar übers Joggen. Normalerweise gehe ich bei warmem Wetter nur ungern joggen. Auch in Neuseeland war das Wetter sehr optimal. Wenn die Sonne schien, wurden zwar unsere Nasen innert Kürze zu Rudolfen (Rudolph the Red-Nosed Reindeer), aber die Temperaturen waren angenehm und z. T. war es auch sehr windig.
In Dubai hatten wir unseren letzen, kurzen Stopp. Wir bewegten uns hauptsächlich mit der Metro und zu Fuss. Der Taxifahrer, der uns vom Flughafen zum Hotel brachte, hatte uns übers Ohr gehauen. So mieden wir die Taxifahrer, was dann aber fast zu unserem Verhängnis wurde, denn wir waren so weit gelaufen, dass unsere Bewegungsapparate fast nicht mehr mitmachten. Da wir über Nacht flogen und ich eigentlich hätte spritzen sollen, habe ich trotzdem diese Dosis einmal ausgelassen. Am nächsten Tag war ich zu müde und war froh, die Medikamente einmal ausgelassen zu haben. Was einem natürlich beim nächsten Mal nicht zugute kommt, da ja die Nebenwirkungen wieder stärker werden. Mein Körper merkt, wenn er das Medikament nicht in gewohnten Abständen bekommt. Also bei mir Montag, Mittwoch, Freitag. Ich habe dann Kopfweh oder kurze Taubheitsgefühle auf der Haut. Ich finde das sehr ergreifend, wie abhängig der Körper vom Medikament ist.
Mein Fazit: Diese Reise war Balsam für die Seele. Als ich in Thailand an der Bar unseren letzten, frisch gemachten Fruchtjuice trank und auf das Meer blickte, war ich so erfüllt von allen Eindrücken und irgendwie allwissend. Ich finde, alle sollten sich ein paar Scheine zur Seite legen und diese für das Reisen ausgeben. Obwohl es anstrengend war, hat es mir sehr gut getan. Es ist hoffnungsvoll und beruhigend, überall auf der Welt so nette, hilfsbereite und gastfreundliche Menschen zu treffen. Wir freuten uns in der Ferne auf das Leben, das wir zu Hause haben, und uns wurde deutlich, dass wir uns sehr glücklich schätzen können. Dazu muss ich noch sagen, dass mein Freund der beste Reisepartner ist, denn ich mir vorstellen kann. Wir konnten unsere Reise ohne Krawall geniessen. Und ausserdem habe ich mich gegen Schluss, zu einer guten Kartenleserin entwickelt. ☺

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19.10.2010
von Niggi Schubert

Dank oder trotz MS?

MS-Selbsthilfegruppen unterliegen dem Verdacht, zu Jammervereinen zu verkommen. Mir selbst ist das zwar noch nie begegnet, aber die Angst begleitet mich, wenn ich zu einem Treffen gehe. So auch damals, als ich in St. Moritz in die dortige Selbsthilfegruppe ging. Darum forderte ich die andern auf, zu erzählen, was sie sich Positives durch die MS angeeignet hätten.

Und siehe da: Jeder und jede hatte irgendetwas zu erzählen. Da ich aber keinen Bericht über jene Sitzung im Engadin abliefern will, erzähle ich von mir. 1982/83 studierte ich evangelische Theologie an der Waldenserfakultät in Rom, wo mir die ersten Unregelmässigkeiten auffielen. Ich schwankte beim Gehen, hatte Doppelbilder. Nach meiner Rückkehr nach Basel diagnostizierte der Neurologe nach schier endlosen Untersuchungen MS. Damals gab es noch kein MRI. Ich studierte Theologie und schloss 1985 ab. Eigentlich wollte ich doktorieren, aber meine Augen machten das unmöglich. Während meines Lernvikariates sah ich beim Predigen das Manuskript nicht mehr und predigte seither frei, für den Vortrag ein Gewinn. Auch Autofahren konnte ich nicht mehr, für die Umwelt ein Gewinn - für mich kein Hindernis.

Ich heiratete; wir zogen für ein Jahr in die USA nach San Francisco. Da Lesen und akademisch weiterarbeiten unmöglich war, schien eine Ausbildung in klinischer Seelsorge das Geeignete. Da San Francisco eine schöne Stadt sein sollte und ich von einem gut renommierten Seelsorgelehrer dort hörte, packten wir die Koffer und zogen los. Nach unserer Rückkehr übernahmen wir gemeinsam eine Pfarrstelle in S-chanf im Engadin, die ich 1994 aufgeben musste. Meinen Frust und meine Empörung brachte ich in einer Figur zur Sprache, die sich mit dem Säulenheiligen Symeon Stylites auseinandersetzt. Theaterreife erreichte das Spiel nie, aber durch die intensive Arbeit daran lernte ich, mich von mir selbst zu distanzieren, was mir in meiner folgenden Arbeit half. Mein Freund und Mitgriechischschüler Samuel Stutz lud mich in die von ihm moderierte Fernsehsendung „Gesundheit Sprechstunde“ ein, woraus das Bändchen „Auf den Hund gekommen“ entstand. Diese meine Gedanken zur MS waren auch die Grundlage zum Text, den die Dokumentarfilmerin Sylvia Rothe ihrem Film über eine Gletscherwanderung machte, bei der Strafgefangene uns Behinderte über den Tschingelgletscher schleppten.

Die Zeit im Engadin, die Gespräche, die Erfahrungen hatten mich in die beinahe mafiösen Verhältnisse dieses Bergtals sehen lassen, was zu einem Krimi „vereina connection“ führte, den ich bei Pano veröffentlichen konnte. Aber das dortige Leben hat mich auch fasziniert. Ich packte mein Tonbandgerät, ging im Dorf umher und bat die Menschen, von ihrer Geschichte zu berichten. Ich wollte davon erzählen, konnte aber nicht mehr sprechen. Also schrieb ich ein Theater, damit andere für mich sprechen. Es wurde 2008 mit einigem Erfolg aufgeführt. Ich schrieb den Roman „Licht über verkrüppelten Palmen“, den der Verlag Johannes Petri zu publizieren bereit ist und für die Arbeit daran ich jetzt Geld suche.

War die MS ein Grund meines Schaffens? Ich weiss es nicht. Wegen der Krankheit zogen wir ins Engadin. Wegen meiner Arbeitsunfähigkeit begann ich zu schreiben, damit andere für mich sprechen, ein Theater. Schreibe ich also wegen, trotz oder dank meiner Kranheit? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mein Leben auch meistern würde, wenn ich gesund geblieben wäre.

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19.02.2010
von Nathalie

Nächster Halt: Peru

Eben bin ich von Paris zurückgekehrt. Das mag unspektakulär klingen. Doch wie gut es mir getan hat, zu entspannen und einige Tage ganz für mich zu haben: Einkaufen, verschiedene Besuche, Spaziergänge, gute Restaurants... Ich habe schlichtweg vergessen, wie wunderschön diese Stadt ist! Der Ausflug nach Paris hat mich dazu animiert, wieder mal die klassischen Städtedestinationen ins Auge zu fassen: Barcelona, London, Prag, Wien... Vor dem Spaziergang zur Hofburg eine Sachertorte verspeisen und dabei die pure Gaumenfreude zu geniessen...

Weshalb nicht gleich noch etwas weitergehen und grosse Reisen planen? Ab an die Sonne – oder auch nicht. Auf jeden Fall neue Kulturen kennen lernen und andere Lebensentwürfe entdecken! Klar, im Vorfeld gilt es, so einiges abzuklären (etwa bezüglich Mobilität, Impfungen, Transport und Lagerung von Medikamenten). Aber kommen wir zurück zum Thema. Ich möchte Euch von meiner Freundin Jacqueline erzählen. Sie hat eine ziemlich einzigartige Vision. Ihre Idee? MS bremst einen zuweilen – ohne Zweifel! Aber die Krankheit hält einen nicht davon ab, zu träumen. Und Träume sind schliesslich da, um realisiert zu werden. Vor diesem Hintergrund hat Jacqueline die Stiftung «Cléopâtre» ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, MS bekannter zu machen, einen Beitrag zur Unterstützung von MS-Patienten zu leisten und vor allem: MS-Betroffene in exotische Länder zu locken...

Ein Beispiel gefällig? Madagaskar! Und die erste Reaktion darauf? «Reiner Wahnsinn! Eines der ärmsten Länder der Welt, keine Infrastruktur!» Was soll man da erwidern? Seit 2004 haben nun bereits drei Reisen stattgefunden, auf denen MS-Patienten und Begleitpersonen eine faszinierende Insel erkundeten. Eine Insel, auf der Mobilitätsprobleme dank der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Einwohner überwunden werden. Schliesslich gehört Madagaskar zu den Ländern, die am stärksten von der Kinderlähmung betroffen sind. Diese Leute wissen, wie man mit Behinderungen umgeht...

Was von den Reisen übrig bleibt? Ein Kopf voller Eindrücke, eine Speicherkarte voller Bilder (zahlreiche Fotos können auch auf der Website angeschaut werden) und Erinnerungen an jede Menge Spass... Das nächste Ziel? Peru und der atemberaubende Machu Picchu! Eines der sieben neuen Weltwunder, ein Traum!

«Reisen formt die Jugend», sagt der Franzose… aber auch die Gesundheit, da bin ich mir sicher!

Nathalie

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