Lunea Blog

30.04.2014
von Andrea

Ganz oder gar nicht

Ich achte ab und zu darauf, wie Heiko mich anschaut und beobachtet. Ich glaube, dass er sich teilweise nicht bewusst ist, dass ich das merke und mache mir ab und zu auch etwas Sorgen um ihn....belastet ihn meine Krankheit doch mehr als ich denke –oder als dass er denkt? Sollte ich mir mehr Gedanken auch um ihn machen? Vielleicht? Ich weiss es nicht und denke wahrscheinlich auch zu wenig  darüber nach. Andersrum...denke ich auch, dass er das auch nicht möchte und sich dann Gedanken machen würde, dass ich mich zu sehr damit beschäftigte und belaste. Bin ich in dieser Sache trotz allem zu egoistisch? 

Die Unterstützung von ihm ist nicht selbstverständlich – dies wird mir immer wieder von anderen Menschen gesagt und man ist immer sehr erstaunt, dass er mich so blind und bedingungslos liebt und mir immer beiseite steht. Ich selbst sehe es so, dass ich ihm genauso helfen und ihn unterstützen würde, sollte ihm etwas passieren – es ist für mich klar – wenn man liebt nur ganz oder gar nicht.

Kommentare (2)  Permalink
08.09.2011
von Ramona

Bausteine für ein glückliches Leben

Seit meiner Diagnose sind jetzt schon drei Jahre vergangen. Der Schock war eigentlich nicht mal so heftig. Ich sass da, als ob es nicht um mich gehen würde. Ich denke, das Schockerlebnis dauerte ca. 3 Monate, bis ich zu realisieren begann und ich diese Diagnose annahm. Es vergeht wahrscheinlich kein Tag, an dem ich nicht an die Krankheit denke. Es ist kein bewusstes Denken, sondern einfach ein Wissen, das mich Tag für Tag begleitet. Die MS ist in meinem Alltag in den Hintergrund getreten. Ob das positiv oder negativ ist, ist in meinem jetzigen Fall unklar, denn für mich bedeutet es zugleich eine Ablenkung von sich selbst. In einem gewissen Masse ist es sehr hilfreich und auch gesund, sich ablenken zu können. Ich habe momentan aber zu wenig Zeit für mich. Und habe eher Angst mich zu verlieren. Durch die langen Arbeitstage kommt die Freizeit zu kurz. Und somit auch die Zeit realisieren zu können, wie’s mir eigentlich geht und wohin ich möchte. So meine momentane Lage...

 
Als ich die Diagnose bekam, schossen mir zuerst die drei Worte durch den Kopf: Sport, Weiterbildung und Ausgang. Das waren die drei Dinge, in denen ich keine Verluste einbüssen wollte. Ich sagte es meinem Arzt, doch diese Frage hat nicht er zu beantworten. Sondern die Antwort liegt bei jedem selbst. Er hat mich zwar durchaus positiv gestimmt, denn er sagte mir, ich soll alles so beibehalten wie bis anhin. Der Sport begleitet mich noch immer und wirkt sich sehr positiv aus. Denn ich bin stolz, so viel leisten zu können und das gibt mir noch mehr Kraft; das selbe gilt bei der Weiterbildung. Es ist falsch zu denken, die MS würde einem was nehmen. Ich habe durch sie gewonnen, weil ich nicht denke, dass die MS ein Hindernis ist. Besonders wichtig ist es aber, sie zu beobachten. Denn man kann schneller wieder in ein Loch fallen, als man denkt, ohne dass man es realisiert. Manchmal gibt es Situationen, die schlechte Erinnerungen hervorrufen und einen wieder in dasselbe Schema leiten können. Es gibt bei mir immer wieder Situationen, in denen ich mir hilflos vorkomme. Jede Situation oder jedes Gefühl wird mit einer früheren Erfahrung verglichen. Wir reagieren meistens auf Grund unserer Erinnerungen und Erlebnisse. Ca. 2 Jahre nach der Diagnose waren meine zurückführenden Erinnerungen negativ. Wenn ich etwas erzählte, hatte es immer einen melancholischen Touch. Jetzt ist aber die Zeit gekommen, an dem die positiven Ereignisse näher liegen und mein Hirn auf diese zurückgreift. Aber  diese Wandlung brauchte Zeit. Und es ist auch hier die Zeit, die heilen kann. Es braucht Zeit sowie Geduld eine solche Diagnose annehmen zu können. In der Zwischenzeit sollte man einfach so viele positive Momente einfangen wie möglich. Denn sie sind die Bausteine des glücklichen Lebens mit oder ohne MS.
Kommentare (1)  Permalink

LiveSearch

Lunea Blog

Themen

Archive

Experten Blog

Themen

Archive